Pachnoda thoracica, Fabricius 1775

Die Gattung Pachnoda gehört zur Unterfamilie der Rosenkäfer (Cetoniinae), die zur Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae) und weiter zur Ordnung der Käfer Coleoptera gehört.

Das Ursprungsgebiet wird in der Regel mit Jemen angeben.

Beschreibung: Pachnoda thoracica ist ca. 20-26 mm lang und 11-13 mm breit. Der Körper ist kompakt ohne große Anhänge oder Fortsätze. Das Pronotum (Halsschild) ist intensiv orange-gelb. Die Elytren (Deckflügel) sind dunkel weinrot und werden nach caudal etwas heller. Das Scutellum (Schildchen) ist ebenfalls dunkel weinrot bis schwarz. Die gesamte Ventralseite ist wie die Beine und der Kopf schwarz.
Beschreibung

Haltung: Das Terrarium sollte nicht zu klein sei, wobei eine Grundflächen von 30 cm x 30 cm ausreicht. Bei mir halten und vermehren sich die P. thoracica in einem Terrarium von 30 x 30 x 50 cm erfolgreich. Die Höhe des Bodengrunds beträgt rund 13 - 15 cm. Die Basis des Substrates ist verrottendes Laub, vorwiegend Buchen und Eichenlaub. Frisches Laub ist ungeeignet. Das Laub sollte mindest 3 – 4 Monate am Waldboden gelegen haben und sich langsam zersetzen. Zum Schutz vor der Einschleppung von Würmern, Milbden etc. sollte das Laub eingefroren werden, ggf. zweimal einfrieren. Ergänzt wird das Laub durch einige „faulende“ Holzstücke. Der Abbau des Holzes sollte soweit fortgeschritten sein, dass es mit der Hand zerkleinert werden kann. Allgemein bevorzugen die P. thoracica bei mir eher kleine Stückchen bis hin zu Spännen oder Bröseln. Zusätzlich gebe ich in eine Ecke einige Hände feuchte, ungedüngte Pflanzerde. Die Erde ist nicht unbedingt erforderlich. Sie vereinfacht aber die Feuchtigkeitsregulation. Feuchtigkeit des Substrates sollte sowohl vertikal als auch horizontal einen Gradienten aufweisen, so dass die Käfer ihren Vorzugsbereich wählen können. Ich wässere vorwiegend in eine Ecke. P. thoracica ist wie viele Rosenkäfer lichtliebend. Das Terrarium wird bei mir mit einer 9 Watt Energiesparlampe 12 Stunden am Tag beleuchtet. Neben dem Licht gibt die Lampe auch geringe Menge Wärme ab, die zu einer leichten aber wichtigen Luftbewegung führt. Die obere Substratschicht sowie die Käfer können so abtrocknen. Verbrennungen beim Auffliegen sind aber bei einer Energiesparlampe ausgeschlossen. Außerdem entlastet sie den Stromverbrauch. Beschreibung Als Sitz und Klettermöglichkeit habe ich eine Plastikrankpflanze eingeklebt. Sie bietet den Käfern weitere Plätze zum Abtrocknen.Gefüttert werden die erwachsenen Käfer mit Obst vorwiegend Banane, Blütenblättern und Pollen. Die Blüten (bei mir vor allem ungespritzte Rosen- und Fuchsienblüten) gehören allerdings – im Gegensatz zu anderen Rosenkäfern – nicht gerade zur bevorzugten Nahrung der P. thoracica. Die von mir getesteten Geleefertigfutter für Käfer wurden nicht oder nur kaum genommen. Die Haltungstemperatur sollte am Tag über 20°C liegen eher bei 24 – 26 °C. Nachts dürfen die Temperaturen auch etwas unter 20°C fallen. Die Käfer verbringen den größten Teil der Zeit im Substrat. Die Hauptaktivitätsphase außerhalb des Substrates ist in den Morgenstunden 2 – 3 Stunden nach dem Anschalten des Lichtes. Bei einer Gruppe von 8 oder mehr Tieren sind am Tage aber immer mindestens ein oder zwei Käfer aktiv, so dass das Terrarium nie langweilig ist.

Beschreibung Nachzucht: Bei der oben beschriebenen Haltung werden sich früher oder später Larven im Substrat finden. Eier habe ich nur sehr selten entdeckt. Für eine gute Entwicklung und eine gezielte Aufzucht macht es Sinn, die Maden einzeln aufzuziehen. Die gemeinsame Aufzucht ist möglich, auch wenn es gelegentlich zu Kannibalismus kommen kann. Kannibalismus konnte ich nur bei sehr enger Haltung und energiearmer Ernährung feststellen. Ich ziehe die Maden in oben aufgeschnittenen 0,5 Liter-PET-Flaschen auf. In den Flaschenboden sind einige wenige 2 mm große Löcher gebohrt, um Staunässe zu vermeiden. Das Substrat entspricht dem Substrat der Haltung. Allerdings gebe ich bei den Maden keine Pflanzerde dazu. Zusätzlich zum Substrat bekommen die Maden auch etwas Banane (Biobanane mit Schale) und Pollen. Ohne dieses energiereiche Zusatzfutter kommen die P. thoracica im Gegensatz zu anderen Maden, z. B. zu denen von P. flaviventris nicht aus. Zumindest zeigen sie ein verringertes bis kein Wachstum. Das Substrat wird leicht feucht gehalten. Da die PET-Flaschen oben nur mit Gaze (Damenstrumpf) abgedeckt werden, entwickelt sich in den Flaschen schnell ein Feuchtigkeitsgradient von oben nach untern, so dass die Maden den bevorzugten Bereich wählen können. Ein bis zweimal müssen die Maden in neues Substrat umgesetzt werden. Die L3-Larven sind träge und meist gestreckt. Nach einiger Zeit verpuppen sich die Larven. Zur Zeitigung lasse ich die Kokons im Substrat bzw. lege sie in eine Kiste mit altem Substrat. Das Substrat sollte immer nur leicht feucht sein. Völliges Austrocknen schadet aber vorübergehend nicht. Es ist aber auch nicht notwendig. Auf keinen Fall dürfen die Kokons richtig nass werden. Die Imagos befreien sich je nach Temperatur nach ca. 6 Wochen. Die Lebenserwartung der Käfer beträgt 3 – 6 Monate, so dass man mit etwas Glück den Nachwuchs noch zu den Eltern setzen kann.


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