Eudicella morgani

Eudicella morgani, White 1839

Die Gattung Eudicella gehört zur Unterfamilie der Rosenkäfer (Cetoniinae), die zur Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae) und weiter zur Ordnung der Käfer Coleoptera gehört.

Das Ursprungsgebiet der Art wird mit Kamerun angeben.

Beschreibung: Eudicella morgani ist ca. 40-50 mm lang und 25 mm breit. Die Weibchen sind geringfügig kleiner als die Männchen. Der Körper ist relativ flach. Die Männchen tragen ein gut 1 cm langes, beiges Horn, das sich an der Spitze gabelt. Das Pronotum (Halsschild), die Elytren (Deckflügel) und Scutellum (Schildchen) sowie die Ventralseite sind irisierend grün. Je nach Lichteinfall und Individuum kann das Grün etwas gelblich oder bläulich erscheinen. Außerdem können auf den Elytren breite Längsstreifen angedeutet sein.
Eudicella morgani

Haltung: Das Terrarium sollte aufgrund der Größe der Käfer nicht zu klein sein. Bei mir halten und vermehren sich die E. morgani in einem Terrarium von 60 x 30 x 40 cm erfolgreich. Die Beckengröße reicht für 7-10 Tiere bzw. 3-4 Männchen. Die Männchen zeigen eine leichte Aggressivität untereinander. Zum Teil versuchen sie sich gegenseitig mit dem Horn auf den Rücken zu drehen. Die Höhe des Bodengrunds beträgt rund 15 – 18 cm. Die Basis des Substrates ist verrottendes Laub, vorwiegend Buchen und Eichenlaub. Frisches Laub ist ungeeignet. Das Laub sollte mindest 3 – 4 Monate am Waldboden gelegen haben und sich langsam zersetzen. Zum Schutz vor der Einschleppung von Würmern, Milben etc. sollte das Laub eingefroren werden, ggf. zweimal einfrieren. Ergänzt wird das Laub durch einige „faulende“ Holzstücke. Der Abbau des Holzes sollte soweit fortgeschritten sein, dass es mit der Hand zerkleinert werden kann. Zum Teil sitzen die Larven von Eudicella morgani dicht am Holz und nagen es ab. Etwas ungedüngte Pflanzenerde macht das Substrat etwas kompakter. Im Laufe der Zeit – mit den ersten Larven – wird das Substrat immer erdiger. Das Substrat sollte leicht feucht aber auf keinen Fall nass oder matschig sein. Es empfiehlt sich, dass die Feuchtigkeit des Substrates sowohl vertikal als auch horizontal einen Gradienten aufweist, so dass die Käfer ihren Vorzugsbereich wählen können. Ich wässere vorwiegend in eine Ecke.

E. morgani ist tagaktiv und lichtliebend. Das Terrarium wird bei mir mit einer 9 Watt Energiesparlampe 12 Stunden am Tag beleuchtet. Neben dem Licht gibt die Lampe auch geringe Menge Wärme ab, die zu einer leichten aber wichtigen Luftbewegung führt. Die obere Substratschicht sowie die Käfer können so abtrocknen. Verbrennungen beim Auffliegen sind aber bei einer Energiesparlampe ausgeschlossen. Außerdem entlastet sie den Stromverbrauch.

Als Sitzmöglichkeit habe ich einige Holz- und Korkstücke ins Terrarium gelegt. Sie bietet den Käfern weitere Plätze zum Abtrocknen.
Gefüttert werden die erwachsenen Käfer mit Obst vorwiegend Banane, Geleefertigfutter und Pollen. E. morgani bevorzugt bei mir Milchprotein-Geleefertigfutter für Käfer, z. T. auch nicht kommerzielle „Homebrew-Varianten. Pollen fressen die Morgani eher selten und nur wenn es keine besseren Alternativen (Obst) gibt.
Die Haltungstemperatur sollte am Tag über 20°C liegen eher bei 24 – 26 °C. Nachts dürfen die Temperaturen auch etwas unter 20°C fallen.
Die Käfer verbringen den größten Teil der Zeit im Substrat. Die Hauptaktivitätsphase außerhalb des Substrates ist in den Nachmittag- und Abendstunden bis zum Abschalten des Lichtes. Morgens sind die Käfer fast nie zu sehen und wenn, sitzen sie nur bewegungslos herum. Die Aktivität in den Abendstunden macht die E. morgani vor allem für berufstätige Käferliebhaber interessant.

Beschreibung Beschreibung Nachzucht: Bei der oben beschriebenen Haltung werden sich früher oder später Larven im Substrat finden. Eier habe ich nur sehr selten entdeckt. Für eine gute Entwicklung und eine gezielte Aufzucht macht es Sinn, die Maden einzeln aufzuziehen. Die gemeinsame Aufzucht ist möglich, auch wenn es gelegentlich zu Kannibalismus kommen kann. Kannibalismus konnte ich nur bei sehr enger Haltung und energiearmer Ernährung feststellen. Auf jeden Fall entwickeln sich die Maden schneller und verpuppen sich früher, wenn sie einzeln aufgezogen werden. Ich ziehe die Maden in oben aufgeschnittenen 0,5 Liter-PET-Flaschen auf. In den Flaschenboden sind wenige 2 mm große Löcher gebohrt, um Staunässe zu vermeiden. Das Substrat entspricht dem Substrat der Haltung. Allerdings gebe ich bei den Maden keine Pflanzerde dazu. Zusätzlich zum Substrat bekommen die Maden auch etwas Banane (Biobanane mit Schale). Ohne dieses energiereiche Zusatzfutter wachsen die Larven deutlich langsamer. Das Substrat wird leicht feucht gehalten. Eudicella morgani Da die PET-Flaschen oben nur mit Gaze (Damenstrumpf) abgedeckt werden, entwickelt sich in den Flaschen schnell ein Feuchtigkeitsgradient von oben nach untern, so dass die Maden den bevorzugten Bereich wählen können. Mindestens zweimal müssen die Maden in neues Substrat umgesetzt werden. Die Larven sind agil und versuchen beim Umtopfen (Substratwechsel) das Weite zu suchen. Nach vier bis sechs Monaten verpuppen sich die Larven. Die Larven von E. morgani bauen ihren Kokon meist direkt an eine harte Unterlage. Im Falle der PET-Flaschen an die Flaschenwand, so dass man die Madenentwickelung gut beobachten kann. Diese angeklebten Kokons sollte man nicht entfernen. Am besten lässt man die Kokons an Ort und Stelle bis die Entwicklung abgeschlossen ist und der Käfer schlüpft. Das den Kokon umgebende Substrat sollte immer nur leicht feucht sein. Vorübergehendes völliges Austrocknen schadet aber nicht. Es ist aber auch nicht notwendig. Auf keinen Fall dürfen die Kokons richtig nass werden. Die Imagos befreien sich je nach Temperatur nach ca. 8 -12 Wochen. Die Lebenserwartung der Käfer beträgt 4 – 6 Monate, so dass man mit etwas Glück den Nachwuchs noch zu den Eltern setzen kann.


Inhaltsverzeichnis