Stephanorrhina guttata, Olivier 1789

Die Gattung Stephanorrhina gehört zur Unterfamilie der Rosenkäfer (Cetoniinae), die zur Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae) und weiter zur Ordnung der Käfer Coleoptera gehört.

Das Ursprungsgebiet der Art wird mit Kamerun angeben.

Beschreibung: Stephanorrhina guttata ist ca. 25-30 mm lang und 14 mm breit. Die Weibchen und Männchen sind ungefähr gleich groß. Die Männchen sind im Durchschnitt minimal größer. Der Körper ist relativ flach. Er wird aber im Vergleich zu anderen Käfergattungen, z. B. Eudicella, relativ hoch getragen, so dass die Käfer beim Sitzen und Laufen größer erscheinen, als sie sind Die Männchen von S. guttata tragen zwei sehr kleine ca. 1 mm lange Hörner. Das Pronotum (Halsschild) ist zentral von einem großen irisierend hellgrünen Fleck gezeichnet, der von einem golbraunen Rand umgeben ist. Die Elytren (Deckflügel) sind irisierend hellgrün und goldbraun schattiert und tragen jeweils drei Reihen weißer Punkte. Damit machen sie ihrem Artennamen ‚guttata’ alle Ehre. Das Scutellum (Schildchen) ist im cranialen Bereich goldbraun und im caudalen grün. Der grüne Teil ist mal mehr, mal weniger herzförmig. Die Ventralseite wie auch die Beine sind goldbraun.
Beschreibung

Haltung: Das Terrarium sollte der Größe der Käfer angemessen sein. Bei mir halten und vermehren sich die S. guttata in einem Terrarium von 30 x 30 x 50 cm erfolgreich. Die Beckengröße reicht für ca.10 Tiere bzw. 2-4 Männchen. Die Männchen zeigen nur sehr wenig Aggressivität untereinander. Die Höhe des Bodengrunds beträgt rund 10-15 cm. Die Basis des Substrates ist verrottendes Laub und Holz (Holzspänne), vorwiegend von Buchen und Eichen. Frisches Laub und Holz ist ungeeignet. Das Laub sollte mindest 3 – 4 Monate am Waldboden gelegen haben und sich langsam zersetzen. Zum Schutz vor der Einschleppung von Würmern, Milden etc. sollte das Laub bei -80°C eingefroren werden, ggf. zweimal einfrieren (bei -20°C). Dem Substrat mische ich noch 20 % ungedüngte Blumenerde bei. Die Durchmischung des Substrates ist ungleichmäßig, so dass sich unterschiedliche Bereiche ergeben. Außerdem werden im Substrat einige „faulende“ Holzstücke vergraben. Im Laufe der Zeit – mit den ersten Larven – wird das Substrat immer erdiger. Je nachdem wie viele Maden sich entwickeln und je nach Zersetzungsgrad des Substrates füllen ich Laub und Holz nach. Das Substrat sollte leicht feucht aber auf keinen Fall nass oder matschig sein. Es empfiehlt sich, dass die Feuchtigkeit des Substrates sowohl vertikal als auch horizontal einen Gradienten aufweist, so dass die Käfer ihren Vorzugsbereich wählen können. Ich wässere vorwiegend in eine Ecke.

S. guttata ist tagaktiv und lichtliebend. Das Terrarium wird bei mir mit einer 9 Watt Energiesparlampe 12 Stunden am Tag beleuchtet. Neben dem Licht gibt die Lampe auch geringe Menge Wärme ab, die zu einer leichten aber wichtigen Luftbewegung führt. Die obere Substratschicht sowie die Käfer können so abtrocknen. Verbrennungen beim Auffliegen sind aber bei einer Energiesparlampe ausgeschlossen. Außerdem entlastet sie den Stromverbrauch.

Als Sitzmöglichkeit habe ich ein Holzstück ins Terrarium gelegt so wie eine Plastikpflanze mit Saugnäpfen an einer Glaswand befestigt. Das Holzstück und die Plastikpflanze bieten den Käfern weitere Sitzplätze zum Abtrocknen.

Gefüttert werden die erwachsenen Käfer mit Obst vorwiegend Banane, Geleefertigfutter und Pollen. S. guttata bevorzugt unter den Fertigfuttern bei mir Milchprotein-Geleefertigfutter für Käfer. Pollen fressen die S. guttata eher selten und nur wenn es keine besseren Alternativen (Obst) gibt. Beschreibung

Die Haltungstemperatur sollte am Tag über 20°C liegen eher bei 24 – 26 °C. Nachts dürfen die Temperaturen auch etwas unter 20°C fallen.

Die Käfer verbringen den größten Teil der Zeit im Substrat. Die Hauptaktivitätsphase außerhalb des Substrates ist in den Nachmittag- und Abendstunden bis zum Abschalten des Lichtes. Morgens sind die Käfer fast nie zu sehen und wenn, sitzen sie nur bewegungslos herum. Die Aktivität in den Abendstunden macht die S. guttata vor allem für berufstätige Käferliebhaber interessant.

Nachzucht: Bei der oben beschriebenen Haltung werden sich früher oder später Larven im Substrat finden. Bei S. guttata ist das eher später der Fall. Die S. guttata scheinen ihre Geschlechtsreife bzw. Fortpflanzungsfähigkeit erst nach einigen Wochen zu erlangen. Eier habe ich nur sehr selten entdeckt. Für eine gute Entwicklung und eine gezielte Aufzucht macht es Sinn, die Maden einzeln aufzuziehen. Die gemeinsame Aufzucht ist möglich. Kannibalismus konnte ich nicht beobachten. Allerdings scheint die Madendichte im Substart über ein gewisses Maß nicht hinauszugehen. Auf jeden Fall entwickeln sich die Maden schneller und verpuppen sich früher, wenn sie einzeln aufgezogen werden. Insbesondere die Verpuppung scheint sich zu verzögern oder gar auszubleiben, wenn die Madendichte zu hoch ist. Zum Verpuppen sollten es nicht mehr als eine Made pro Liter Substrat sein. Ich ziehe die Maden teilweise in oben aufgeschnittenen 0,5 Liter-PET-Flaschen auf. In den Flaschenboden sind wenige 2 mm große Löcher gebohrt, Beschreibung um Staunässe zu vermeiden. Das Substrat entspricht dem Substrat der Haltung. Allerdings gebe ich bei den Maden keine Pflanzerde dazu. Zusätzlich zum Substrat bekommen die Maden auch etwas Banane (Biobanane mit Schale). Für die S. guttata ist die zusätzliche Fütterung mit Obst unverzichtbar. Das Substrat wird leicht feucht gehalten. Da die PET-Flaschen oben nur mit Gaze (Damenstrumpf) abgedeckt werden, entwickelt sich in den Flaschen schnell ein Feuchtigkeitsgradient von oben nach untern, so dass die Maden den bevorzugten Bereich wählen können. Mindestens zweimal müssen die Maden in neues Substrat umgesetzt werden. Nach vier bis sechs Monaten verpuppen sich die Larven. Die Larven von S. guttata bauen ihren Kokon meist lose ins Substrat. Bei S. guttata nehme ich die Kokons heraus und überführe sie zur weiteren Zeitigung in eine gut belüftet Box. Die Kokons werden leicht mit Substrat abgedeckt. Das den Kokon umgebende Substrat sollte immer wieder komplett abtrocknen und dann nur ganz leicht angefeuchtet werden. Zu Ende der Zeitigung (bei 22°C ca. 4 Monate) kann und sollte die Feuchtigkeit etwas erhöht werden. Auf keinen Fall dürfen die Kokons richtig nass werden. Das ist bei S. guttata besonders wichtig. Die Imagos befreien sich je nach Temperatur nach ca. 8 -12 Wochen. Die Lebenserwartung der Käfer beträgt 4 – 6 Monate, so dass man mit etwas Glück den Nachwuchs noch zu den Eltern setzen kann.


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